Kapitel
Special

Android P

Neues Design, Intelligente Funktionen

vor 7 Monaten - 4 Minuten Lesezeit Hörzeit

Ende dieses Jahres veröffentlicht Google Android P. Auf der I/O wurde das System am gestrigen Abend zum ersten Mal gezeigt. Dieses Mal gibt es, anders als bei Android Oreo, viele Änderungen an der Nutzeroberfläche zu sehen. Allerdings hat Google auch unter der Haube Änderungen vorgenommen, die Nutzern eine bessere Erfahrungen ermöglichen sollen.

Neue System-Navigation iPhone X anyone?

Android P erneuert die bekannte Nutzererfahrung von Googles mobilen Betriebssystem und wertet sie mit Gesten auf, die Nutzer des iPhone X bekannt vorkommen dürften. Statt wie bisher drei Buttons zur Navigation durch das System anzubieten, stehen jetzt Home- und Zurück-Button zur Verfügung. Wird der Home-Button nach oben gewischt, öffnet sich das Menü für Multitasking. Darin lassen sich wie bisher Apps einsehen, die gerade aktiv sind. Neu ist hier, dass sich die Inhalte der Apps aus dieser Ansicht durchsuchen lassen. So soll es ohne Weiteres möglich sein, Text von einer in die andere App zu kopieren, ohne diese im Vollbild zu öffnen. Das direkte Wischen über den Button erlaubt den schnellen Wechsel zwischen Apps. Ein Klick auf den Home-Button führt übrigens auch weiterhin direkt auf den Homescreen zurück. Google gibt als Grund für die neue Oberfläche an, dass sie für Nutzer attraktiver und einfacher zu verstehen sein soll. Überdies gibt es übrigens auch Anpassungen an anderer Stelle.

Kleine Anpassung, große Wirkung?

So will das Unternehmen beispielsweise die Schnelleinstellungen überarbeitet haben. Daneben sollen sich Screenshots deutlich einfacher anfertigen lassen, als bisher, wobei der bekannte Handgriff entfällt. Überdies möchte Google seinen Nutzern den Verzicht aufs Smartphone erleichtern. Und das nennt sich dann »Digital Wellbeing« zu deutsch etwa »Digitales Wohlbefinden«.

Digitales Wohlbefinden A Cure for Wellness

Unter dem Begriff »Digitales Wohlbefinden« fasst Google neue technische Möglichkeiten von Android P zusammen, die der Kontrolle des eigenen Nutzungsverhaltens dienen. Das beginnt mit einem Dashboard, welches das Nutzungsverhalten aufzeigt.

In einem exklusiven Video zeigt The Verge die Oberfläche von Android P und erklärt die wichtigsten neuen Funktionen.

In diesem Dashboard lässt sich genau einsehen, wie das Smartphone genutzt worden ist. Beispielsweise können Nutzer sehen, welche Apps sie über den Tag verwendet haben. Überdies soll auch direkt klar werden, wie viele Benachrichtigungen im Lauf eines Tages empfangen worden sind. Dadurch sollen die Nutzer einen ersten Überblick über ihre Gewohnheiten bekommen, um diese dann anzupassen.

Entspannungs-Optionen

Auch dazu liefert Google in Android P neue Werkzeuge mit. An Bord ist beispielsweise eine Option, die eine Einschränkung der Nutzungszeit für Apps ermöglicht. Mit einem speziellen »Bitte nicht stören«-Modus kann außerdem genau gesteuert werden, zu welcher Zeit Benachrichtigungen angezeigt werden sollen. Und schließlich soll der »Wind Down«-Modus abends dabei helfen, vom Smartphone los zu kommen. Dazu soll der »Bitte nicht stören«-Modus automatisch aktiviert werden. Außerdem werden die Bildschirminhalte ausgegraut, um dem Nutzer zu signalisieren, dass es Zeit wird, ins Bett zu gehen.
Im Zentrum dieser Einstellungen sowie der neuen Nutzererfahrung steht Googles lieblings Schlagwort: Maschinelles Lernen bzw. KI.

Maschinelles Lernen Der Kern von allem

Das sogenannte maschinelle Lernen soll mit der nächsten Version von Android noch tiefer ins System integriert werden. Dadurch soll das Smartphone beispielsweise selber wissen und lernen, welche Apps vom Nutzer häufig verwendet werden. Dadurch können direkt im App-Drawer intelligente Vorschläge gemacht werden, welche Apps zu welcher Zeit verwendet werden sollen. Der Akku soll dadurch ebenfalls effizienter genutzt werden. Schließlich sollen nur solche Apps im Hintergrund laufen, die vom Nutzer auch tatsächlich verwendet werden. Google bezeichnet das als »Adaptive Battery«. Mit »App Actions« soll vorhergesagt werden, was der Nutzer als nächstes machen möchte. Das soll sich durch alle Bereiche des Systems ziehen. Mit »Slices« sollen Informationen aus Apps direkt in der Suche bereitgestellt werden – so kann Lyft in Googles Beispiel direkt eine Fahrt nachhause anbieten – ohne das vorherige Öffnen der App.

Mit Android P bekommen Android-Nutzer also jede Menge neue Funktionen geboten. Wer sich diese selber einmal auf seinem Smartphone anschauen möchte, findet eine entsprechende Beta-Anmeldung bei Google. Und dieses Mal sind nicht nur Pixel-Smartphones mit an Bord. Auch die Geräte einiger Fremdhersteller werden unterstützt.

  • Sony Xperia XZ2
  • Xiaomi Mi Mix 2S
  • Nokia 7 Plus
  • Oppo R15 Pro
  • Vivo X21
  • OnePlus 6
  • Essential PH‑1
Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
Auch spannend:

Die wichtigsten Neuigkeiten für Webworker, zusammengefasst für deine Kaffeepause.

Manuell zusammengefasst und kommentiert, jeden Morgen um 10 Uhr.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie die Datenschutzbestimmungen und abonnieren den Newsletter von Digital gefesselt. Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Wie oft?