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Die Technik kassenloser Supermärkte

vor 6 Monaten - 2 Minuten Lesezeit Hörzeit

Amazon Go hat es in Seattle vorgemacht: Ein Supermarkt, der ohne Kassen aber dafür mit jeder Menge Technik daherkommt. Nun ziehen andere Unternehmen und Start-ups nach, um die Technologie weiterzuentwickeln und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir werfen einen kurzen Blick hinter die Kulissen der Technologie.

Für den Kunden ganz einfach

Für die Einkaufenden ist die Nutzung eines entsprechenden Marktes einfach und wenig technisch. Im Fall von Amazon Go loggt sich der Nutzer vor dem Betreten des Ladens mit dem Smartphone (und dem Amazon-Konto) ein. Dadurch können die Einkäufe später dem entsprechenden Nutzer zugeordnet werden. Der kann umherlaufen und sich die Produkte aus den Regalen in den Rucksack stecken. Danach kann man rausgehen und erhält ohne lästiges Warten eine Rechnung. Was für den Nutzer einfach erscheint, ist im Hintergrund mit komplexer Technologie verbunden. Amazon und die Konkurrenz haben dafür ähnliche Lösungen gefunden, die sich hauptsächlich durch die Aufbaukosten unterscheiden.

Die Größe ist doch entscheidend

In einem Bericht über Konkurrenten zu Amazon Go schildert Fast Company technische Details zu den unterschiedlichen Systemen. Und hierbei wird klar, dass es vor allem auf die Fläche der Geschäfte ankommt. Amazons erster Go-Store besitzt eine Fläche von 1800 Quadratfuß (167 Quadratmeter). Diese Fläche überwachen hunderte Kameras, die computergestützt auswerten, was jeder einzelne Nutzer im Laden in seine Tasche steckt (und wieder herausnimmt). Die Produkte sind dazu teils mit Codes markiert, die gut von Maschinen gelesen und ausgewertet werden können. Menschen helfen den Maschinen beispielsweise dabei, neue Produkte zu erlernen. Außerdem müssen die Regale immer noch von Menschen aufgefüllt werden.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Inzwischen ist Amazon nicht mehr alleine auf dem Markt mit kassenlosen Supermärkten. So arbeitet beispielsweise Microsoft an einem entsprechenden System, um dies an Supermärkte zu verkaufen, die umrüsten möchten. Zur Technik sind derzeit keine Details bekannt. Anders sieht es bei Standard Cognition aus. Das Start-up hat mit dem Standard Market in San Francisco einen ersten Demo-Laden mit eigener Technik eröffnet. Auch hier melden sich die Nutzer mit einer App an, um die Abrechnung der Einkäufe zu ermöglichen.

Mehr ist weniger

Auf einer Fläche von 1900 Quadratfuß (177 Quadratmeter) kommen 27 Kameras zum Einsatz. Das hier deutlich weniger Technik als bei Amazon Verwendung findet, ist kein Zufall. Schließlich soll die Technologie an Kunden verkauft werden, die ihre Märte entsprechend ausstatten. Um rund 100 Quadratmeter eines Ladens abzudecken, sollen weniger als 20.000 US-Dollar (rund 17.000 Euro) fällig werden. Außerdem verspricht das Unternehmen, die Privatsphäre des Kunden bei der Anwendung ernst zu nehmen. So sollen die biometrischen Daten der Ladenbesucher nicht gespeichert werden. Trotzdem soll das System Einblicke in das Käuferverhalten bieten, um gezielte Analysen und Anpassungen zu ermöglichen. Für die Supermärkte eröffnen sich durch den Einsatz der Technologie ganz neue Möglichkeiten, um effektiver und intelligenter zu werden.

Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
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