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Firefox Quantum ist verfügbar

Schneller, besser, weiter

vor 2 Jahren - 4 Minuten Lesezeit Hörzeit

Mozillas Firefox ist immer noch einer der populärsten Browser. Allerdings hat der Browser, vor allem im Vergleich zu Chrome, einiges an Glanz eingebüßt. Sowohl in Sachen Kompatibilität als auch bei der Nutzbarkeit hat Mozillas Browser einiges an Boden verloren. Jetzt kommt mit der Version 57 der Neustart. Wir werfen einen Blick auf Firefox Quantum. 

Was bisher geschah…

Der Firefox wurde aus Mozillas Browser-Projekt abgezweigt. Dieses ging aus dem Netscape Navigator hervor, als dieser 1997 zu einem quelloffenen Projekt wurde. Namentlich passend stieg die erste Version des Firefox 2004 aus der Asche des Navigators hervor. Dieser wurde schon Ende der 90er von der Popularität des Internet Explorers überrollt. Der Code des Netscape-Browsers basierte dann bis zum Ende der Entwicklung auf dem Firefox.

Der Firefox wie wir ihn heute kennen, wurde am 18. November 2013 an den Start gebracht. Das Projekt Australis hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Firefox besser gegen Googles Chrome zu platzieren. Im gleichen Schritt glich man sich in Sachen Design an Googles Browser an. Wie immer bei Änderungen in diesem Ausmaß hat man einen Teil seiner Community schwer verärgert. Der Browser hätte zugunsten seiner Popularität die eigene Identität eingebüßt.

Mit dem Projekt Quantum möchte Mozilla seinen Browser zurück auf Kurs bringen und mit einem neuen technischen Unterbau auf die Zukunft vorbereiten. Das fordert Tribute in einigen Bereichen. Und bringt Vorteile in vielen anderen.

Geschwindigkeit

Ein immer größer werdendes Problem von Mozillas Browser ist die Geschwindigkeit. Vor allem im Vergleich mit Chrome und Safari wirkt Firefox inzwischen träge. Mit Quantum hat Mozilla nicht nur an einigen Stellschrauben gedreht sondern den ganzen Motor neu erfunden. In Sachen Geschwindigkeit hat das funktioniert. Und das bezieht sich nicht auf die gefühlte Ladezeit bei Websites. Tatsächlich soll der neue Firefox doppelt so schnell sein, wie die alte Version. Passend zur neuen Geschwindigkeit ist auch ein neuer Look an Bord. Der wurde von Grund auf neue erfunden und trägt den Namen Photon.

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Firefox im Vergleich
Aktuelle Browser im Geschwindigkeitsvergleich mit dem Speedometer.

Bild: Digital gefesselt

Der Speedometer-Test simuliert die reale Nutzung eines Browsers und soll aus diesem Grund bessere Ergebnisse liefern als Java-Script-Performance-Tester.

Photon

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Die Oberfläche wurde im Vergleich zu früheren Versionen des Firefox deutlich überarbeitet.

Bild: Digital gefesselt

Der neue Look von Photon soll deutlich einheitlicher entwickelt worden sein, als das bisherige User-Interface des Firefox. Dazu sollen unter anderem auch umfangreiche Tests zur Funktionalität des neuen Interfaces stattgefunden haben. Die Beteiligung des gesamten Projekts an dieser Arbeit soll dazu führen, dass sich Photon deutlich besser schlägt als der Vorgänger.

Der Werdegang des neuen Interfaces von Firefox.

Im neuen Interface wurde Wert auf Einfachheit und Übersichtlichkeit gelegt. So wurde die Startseite mit der Seite beim Anlegen eines neuen Tabs zusammengelegt. Dort finden Nutzer auch Vorschläge, die nach einiger Nutzung auf ihrem Surf-Verhalten basieren. Dazu kommt Pocket zum Einsatz.

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Die neue Startseite kombiniert das Beste aus unterschiedlichen Welten und soll die Nutzung komfortabler machen.

Bild: Digital gefesselt

Nette Zusatzfunktionen

Eine nette Zusatzfunktion ist der Trackingschutz. Dieser kam erst kurz nach dem Start des neuen Browsers hinzu. In den Einstellungen lässt sich festlegen, dass dieser Schutz nur im privaten Tab genutzt wird. Er lässt sich allerdings auch bei der allgemeinen Nutzung aktivieren. Mit AMD VP 9 Hardware Encoding soll das Abspielen von Videos außerdem weniger Leistung benötigen.

Die große Schattenseite

Bei allen positiven Neuigkeiten gibt es einen Punkt, an dem sich viele langjährige Nutzer stören, die den Firefox schon länger verwenden. Es geht um die Umstellung auf Web-Extensions. Entwickler von Erweiterungen können ihre Tools schon seit der Version 53 nur noch im neuen Format einreichen. Alte und nicht mehr weiterentwickelte Erweiterungen werden mit der Version 57 gar nicht mehr unterstützt. Nutzer sollten vor dem Update sicherstellen, dass sie einen guten Ersatz für nicht mehr entwickelte Erweiterungen finden.

Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
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