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Google for Jobs: Stelleninserate korrekt für Googles neue Jobsuche aufbereiten

vor 2 Jahren - 10 Minuten Lesezeit Hörzeit

Ende Juni hatte Google auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz „Google I/O“ angekündigt, eine Jobsuche direkt in die Suchmaschine zu integrieren, bei der die Ergebnisse direkt prominent an erster Stelle in der klassischen Google-Suche erscheinen, sobald man mit einer konkreten Suchanfrage nach einem Job sucht. Die neue Jobsuche soll vor allem dabei helfen, Arbeitnehmer mit potenziellen Arbeitgebern direkt zusammenzubringen. Denn wer einen neuen Job sucht, der stellt in der Regel erst einmal eine simple Suchanfrage zu einem passenden Job als Ausgangsbasis für weitere Recherchen. In Zukunft sollen dem User dann bereits bei seiner ersten Suchanfrage konkrete Stelleninserate empfohlen werden.

Einer der Vorteile an dieser neuen Jobsuche ist, dass Unternehmen dort auch selbst die eigenen Stellanzeigen präsentieren / einbinden können. Dies geschieht dann automatisch, sofern man die Stelleninserate zuvor mittels Schema.org Ontologie für strukturierte Daten ausgezeichnet und aufbereitet hat. Gerade für Personalmarketing-Agenturen und Recruiter dürfte dies von Vorteil sein.

Google for Jobs ist zwar noch nicht in Deutschland gestartet, dennoch lohnt es sich bereits einmal einen Überblick zu verschaffen, wie man Stellenanzeigen in Zukunft korrekt und sauber auszeichnen sollte, um von dem neuen Suchfeature zu profitieren.

Die Auszeichnung von Stelleninseraten gestaltet sich allerdings nicht ganz so trivial, wie man das eigentlich bei der Umsetzung von strukturierten Daten gewohnt ist. Deshalb möchte ich in diesem Artikel einmal erläutern, wie man Stellenanzeigen korrekt für Google for Jobs auszeichnet.

Die Basics

Grundsätzlich dürfen nur Stelleninserate ausgezeichnet werden. Nicht jedoch die Übersichtsseite bzw. Karriereseite. Auf diesen Seiten sollen ausdrücklich keine strukturierten Daten im Code erscheinen.

Google schreibt dazu in seinen Richtlinien Folgendes: “Don’t add structured data to listing pages (pages that show a list of jobs).

Für die optimale Auszeichnung als JobPosting, sollten die folgenden Properties genutzt werden:

baseSalary Gehaltsdaten
datePosted Veröffentlichungsdatum
description Beschreibung der Stelle
employmentType Jobtyp (Vollzeit, Praktikum etc.)
hiringOrganization Das Unternehmen, welches die Stelle ausschreibt
identifier Eindeutige Kennzeichnung des Jobs
jobLocation Arbeitsort (vollständige Adresse)
title Jobtitel (dazu bitte die Best practices von Google beachten)

Die Properties “baseSalary”, “identifier” und “employmentType” sind zwar optional, sollten aber zur besseren Aufbereitung und zum besseren Verständnis für Google auch unbedingt mit eingebunden werden.

Zudem ist es empfehlenswert die Property „validThrough“ zu benutzen, sofern Stellenausschreibungen über ein Ablaufdatum verfügen.

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Die Property “Job-Description” muss in jedem Fall die komplette Stellenbeschreibung enthalten, und immer als HTML formatiert sein muss.

Google schreibt dazu Folgendes auf der Entwicklerseite:

Additional Guidelines:

  • You must format the description in HTML.
  • At minimum, add paragraph breaks using <br>, <p>, or \n.
  • Valid tags include <p>, <ul>, <li>, and headings <h1> through <h5>.
  • You can also use character-level formatting tags such as <strong> and <em>.

Die Stellenbeschreibung muss also zumindest mit validen HTML-Absätzen wie z.B. einem Paragraph-Tag, Line-Break-Tag oder einem \n-Steuerzeichen (für Absätze) formatiert sein.

Die Daten / Zeitangaben der Properties datePosted und validThrough müssen im ISO 8601 Format vorliegen. Das sieht dann zum Beispiel für das Datum „18.09.2017, 00:00 Uhr“ wie folgt aus: 2017-09-18T00:00

Sitemap für Stelleninserate

Für die Stelleninserate brauchen wir jetzt noch eine gesonderte XML-Sitemap. Auch für diese Sitemap gibt es einige spezielle Richtlinien und Anforderungen:

  • Es dürfen nur Stelleninserate in dieser Sitemap enthalten sein.
  • Die Sitemap muss mindestens einmal täglich aktualisiert werden.
  • Es dürfen nur URLs inkludiert werden, die auch erreichbar sind.
  • Die URLs / Seiten müssen gecrawlt werden können.
  • Die Sitemap sollte immer – falls gesetzt – die Canonical-URL der jeweiligen Stellenanzeige beinhalten.
  • Zeitangaben müssen so akkurat wie möglich mittels <lastmod> definiert werden.
  • Nach jeder Sitemap-Aktualisierung muss Google mittels GET-Request informiert werden.

Die Angabe im -Tag sollte immer das Datum bzw. die Zeitangabe sein, an dem der Inhalt das letzte Mal geändert wurde.

Die GET-Anfrage, mit der man Google über die Aktualisierung der Sitemap informiert, erledigt man über diese URL: http://www.google.com/ping?sitemap=location_of_sitemap
Korrekt sähe eine URL dann zum Beispiel so aus:
http://www.google.com/ping?sitemap=http://www.example.com/sitemap.xml

Beachtet man diese Richtlinien nicht, wird Google das Stelleninserat höchstwahrscheinlich auch nicht in den Suchergebnissen präsentieren.

Weitere Informationen zum Thema Sitemap gibt auf dieser Seite:
https://developers.google.com/search/docs/data-types/job-postings#sitemap-guidelines

Für die Property „employmentType“, die den Jobtyp einer freien Stelle angibt, muss einer der Werte aus der folgenden Tabelle angegeben werden:

Jobtyp

Value Beschreibung
FULL_TIME Vollzeit
PART_TIME Hallbtag
CONTRACTOR Freelancer
TEMPORARY Zeitarbeit / befristetes Arbeitsverhältnis
INTERN Praktikum / Trainee
VOLUNTEER Ehrenamtlich
PER_DIEM Tagelöhner / pro Tag
OTHER Sonstiges

Mit der Property „baseSalary“, wird die Gehaltsart einer Stelle ausgezeichnet. Hier gibt man also an, ob es sich bei der Gehaltsangabe z.B. um ein Jahresgehalt oder ein Monatsgehalt handelt. Die Property muss einen Wert aus der folgenden Tabelle beinhalten:

baseSalary / Gehalt (Art)

Value Beschreibung
HOUR Stundenbasiert / Gehalt pro Stunde
WEEK Wochenbasiert / Gehalt pro Woche
MONTH Monatsbasiert / Gehalt pro Monat
YEAR Jahresgehalt

Optionale Angaben

Es besteht die Möglichkeit, die Folgenden optionalen Angaben mit in das Markup aufzunehmen:

Value Beschreibung
educationRequirements Benötigter Bildungsgrad
experienceRequirements Benötigte Arbeitserfahrung
incentiveCompensation Beschreibung evtl. vorhandener Boni oder Förderungen
industry Die Branche
jobBenefits Benefits im Zusammenhang mit der ausgeschriebenen Stelle
occupationalCategory Die Kategorie oder die Kategorien, die am ehesten auf die ausgeschriebene Stelle zutreffen. Hierfür sollte man wenn möglich auf die LS O*NET-SOC taxonomy Datenbank zurückgreifen. http://www.onetcenter.org/taxonomy.html. Idealerweise sollte es das inhaltliche Label und den formalen Code umfassen und sollte für jede zutreffende Property wiederholt werden.
qualifications Spezifische Qualifikationen, die für die ausgeschriebene Stelle vorausgesetzt werden.
responsibilities Verantwortungsbereiche, die zur ausgeschriebenen Stelle gehören.
salaryCurrency Die Währung (ISO 4217) in der das Gehalt der ausgeschriebenen Stelle ausgezahlt wird.
skills Skills die für die ausgeschriebene Stelle benötigt werden.
specialCommitments Spezielle Verpflichtungen, die an die ausgeschriebene Stelle verknüpft sind.
workHours Die Arbeitszeiten der ausgeschriebenen Stelle.
validThrough Das Datum, an dem eine Stellenanzeige abläuft.

Abgelaufene Stelleninserate

Nachdem eine angebotene Stelle nicht mehr verfügbar ist, muss die URL sofort aus der Sitemap entfernt und einer der folgenden Aktionen ausgeführt werden:

  • Das JobPosting-Markup im Quelltext entfernen.
  • Die gesamte Seite entfernen und den „404er“ ausgeben.
  • Seite behalten und einen noindex-Tag setzen (Einen gesetzten Canonical-Tag zuvor entfernen)

Ich würde an dieser Stelle das Entfernen der gesamten Seite empfehlen.

Das Ergebnis

Hat man alle Schritte bis hier her aufmerksam verfolgt und korrekt umgesetzt, dann sollte man jetzt über ein sauberes Markup wie in dem folgenden Beispiel verfügen:

 

Der Code kann mit dem Google Test-Tool für strukturierte Daten getestet werden. Die sieben Warnmeldungen, die für dieses Codebeispiel ausgegeben werden, können ignoriert werden, da es sich in diesen Fällen nur um optionale Angaben handelt, die von Google empfohlen werden.

Fazit

Google for Jobs ist zwar noch nicht in Deutschland veröffentlicht worden, doch wer seine Stellenanzeigen bereits jetzt korrekt und sauber mittels strukturierter Daten aufbereitet und diesen Prozess eventuell auch automatisiert, spart sich nach der Veröffentlichung die Arbeit und profitiert sicherlich dann auch von der Chance, direkt in den Dienst aufgenommen zu werden und das dürfte sich dann auch direkt auf die Klickrate (CTR) auswirken. Ein Test von Searchengineland ergab, dass die Klickrate um einiges gesteigert werden konnte, wenn eine Webseite in einem Featured Snippet verlinkt wurde. Eine Stellenanzeige ist zwar kein Featured Snippet, dennoch gehe ich davon aus, dass der Effekt hier durch die prominente Platzierung in der Suche, ähnlich sein wird.

Florian Wirths Florian Wirths
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