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Google Plus wird eingestellt

Sicherheitslücke öffnete Zugang zu privaten Nutzerdaten

vor 6 Monaten - 3 Minuten Lesezeit Hörzeit

Googles soziales Netzwerk Google Plus steht nach dem Bekanntwerden einer Sicherheitslücke vor dem Aus. In den nächsten zehn Monaten soll das wenig erfolgreiche soziale Netzwerk zumindest für normale User abgewickelt werden. Im Zuge dieses Prozesses will Google Vorkehrungen treffen, um die persönlichen Daten seiner Nutzer in Zukunft besser zu schützen. Wir geben einen Überblick über die Maßnahmen.

Sicherheitslücke bei Google Plus

Im Folgenden werfen wir kurz einen Blick darauf, was bei Google Plus passiert ist, bevor wir Googles Pläne für mehr Sicherheit bei den persönlichen Daten unter die Lupe nehmen.

Google Plus – der Anfang vom Ende

Wie Google in einem Blogeintrag bekannt gab, führt eine Sicherheitslücke in Google Plus zum unweigerlichen Ende des wenig erfolgreichen sozialen Netzwerks. Wie wenig erfolgreich Google Plus ist, und war beweisen die Zahlen von Google. 90 Prozent der angemeldeten Sessions dauern weniger als fünf Sekunden. Deutlich zu wenig, um in eine Weiterentwicklung und technische Verbesserungen zu investieren. Und die wären dringend nötig, da sich ein schwerwiegender Fehler in den APIs von Google Plus verbarg, die für die Consumer-Version verwendet werden. Diese soll laut eigenen Aussagen Googles schon seit März dieses Jahres nicht mehr bestehen.

Zugriff auf Profilfelder

Die APIs sorgen dafür, dass sich Nutzer bestimmte Profilfelder ihres Profils ansehen können. Der Bug öffnete alle Felder (auch die privaten) für externe Apps und erlaubte diesen den Zugriff auf E-Mail-Adresse, Alter, Name und Beruf des Nutzers. Unklar ist, wie viele betroffen sind, da die Logdaten nur zwei Wochen vorgehalten werden. Allerdings geht Google von rund 500.000 Betroffenen aus. Datenmissbrauch durch App-Entwickler soll es allerdings nicht gegeben haben. Und nun steht das langsame Ende von Google Plus an.

Übergangsphase für Nutzer von Google Plus

Für die wenigen aktiven Nutzer, die Google Plus tatsächlich verwenden, besteht vor der endgültigen Einstellung eine zehnmonatige Phase für den Umstieg. In diesem Zeitraum, der bis zum nächsten August dauern soll, will Google die Nutzer aktiv darüber aufklären, wie sie ihre Daten sichern und übertragen können. Firmenkunden können sich hingegen freuen. Für sie bleibt Google Plus auch weiterhin bestehen, da das soziale Netzwerk als Lösung zur internen Kommunikation bei Unternehmen deutlich besser angenommen wurde.

Neue Maßnahmen zum Schutz der Nutzerdaten

Bessere Kontrolle

Nutzer sollen zukünftig noch besser erkennen, welche Daten bei der Anmeldung mit dem Google-Account abgefragt werden. Neben einer detaillierten Auflistung der abgefragten Informationen muss der Zugriff jeweils separat gewährt werden. Außerdem soll der Zugriff auf Gmail-Daten deutlich eingeschränkt werden. So sollen nur noch solche Apps Zugriff auf die Gmail-Daten erhalten, welche die Mail-Erfahrung tatsächlich verbessern. Klassisches Beispiel wären Mail-Apps.

Mehr Privatsphäre unter Android

Unter Android soll vor allem der Zugriff auf SMS und Anrufliste eingeschränkt werden. Um diese Abfrage überhaupt nutzen zu können, müssen Apps als Standard für SMS und Telefonie auf dem Smartphone eingerichtet werden. Ausnahmen soll es nur wenige geben. Beispielsweise für Anrufbeantworter-Apps.

Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
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