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Google will spielen: Projekt Yeti im Check

vor 9 Monaten - 3 Minuten Lesezeit Hörzeit

Googles Projekt Yeti geistert seit Anfang dieses Jahres durch die Medien. Offenbar versucht Google, sich in Sachen Gaming stärker zu engagieren. Bisher fehlten jedoch handfeste Bestätigungen. Jetzt tauchte Yeti erstmals bei der Entwicklung des Chromium-Projekts auf. Wir fassen Informationen zu Yeti zusammen und geben einen Ausblick.

Im Februar dieses Jahres berichtet The Information (bezahlt) zum ersten Mal über Googles Yeti-Projekt. Google würde an einem Abo-Dienst für Spielestreaming arbeiten. Damit tritt das Unternehmen beispielsweise in Konkurrenz zu Geforce NOW und Playstation Now. Diese Dienste stellen Spiele per Stream zur Verfügung. Entweder als Ergänzung zu einer vorhandenen Spieleplattform (Playstation Now) oder für Nutzer, die Gaming ohne Gaming-PCs nutzen wollen (Geforce NOW). Im Hintergrund berechnet eine Serverfarm die Spielszenen, diese gelangen per Internet zum User und der sendet im Gegenzug seine Steuerbefehle zurück an den Anbieter. Hierbei gibt es zwei Probleme: die Internetverbindung der Nutzer und die finanziellen und technischen Kapazitäten der Anbieter. Und hier kommt Google ins Spiel.

Google kann

Der Konzern aus dem kalifornischen Mountain View bringt nahezu unbegrenzte finanzielle Mittel und reichlich Einfluss mit. Kein Wunder also, dass sich Google auch ein Stück vom Gaming-Markt einverleiben möchte. Kotaku zufolge fußt der neue Dienst auf drei Grundpfeilern. Da wäre einmal der Aufbau einer Plattform. Also ein Marktplatz mit verfügbaren Spielen mit samt Abo-Verwaltung und mehr. Ähnlich wie Steam und Co. also. Der zweite Pfeiler ist eigene Hardware. Hier hat Google schon in der Vergangenheit mit Gaming experimentiert und seine TV-Boxen mit Gaming-Controllern ausgestattet. Nun sollen aber richtige Spiele gespielt werden und keine Android-Games für den Fernseher aufgeblasen werden. Dritter und letzter Pfeiler sind die Spieleentwickler. Hier will Google nicht nur die Zusammenarbeit verstärken, sondern vor allem Übernahmen tätigen. Wie zuvor erwähnt ist Yeti allerdings nicht der erste Vorstoß von Google in Sachen Gaming.

Aus der Vergangenheit lernen

So hat Google 2014 beispielsweise versucht, sich den Streamingdienst Twitch einzuverleiben. Damals hat Amazon den Bieterwettstreit allerdings gewonnen. Schließlich hat Onlinehändler auch große Ambitionen im Bereich Gaming. Google ließ sich nicht beirren und stellte schon im Juni 2015 eine eigene Plattform vor: YouTube Gaming. Außerdem bietet Android-TV die Möglichkeit, einen Controller zu verbinden. Spiele auf der Android-Plattform sind jedoch nicht mit großen Titeln wie Call of Duty und Co. zu vergleichen. Neben Hardware und Plattformen hat sich Google auch an Entwicklern versucht. 2016 gründete Google den Entwickler Niantic, der für Ingress und Pokémon Go verantwortlich ist. Allerdings hat sich das Studio schnell von Google getrennt und entwickelt inzwischen unabhängig. Googles große Ambitionen zeigen jedoch, dass man in Zukunft deutlich größer denken möchte.

Auf Shoppingtour

Wie groß diese Ambitionen sind, wird durch Googles Anwesenheit auf wichtigen Messen unterstrichen. Im März schickte Google beispielsweise einige seiner Führungskräfte zur Game Developers Conference. Die Messe richtet sich an Entwickler und dient dem Austausch über neue technologische Entwicklungen und Veränderungen in der Spielebranche. Genau hier hat Google sich mit Entwicklern getroffen, um sie von Yeti zu überzeugen. Und natürlich auch, um über das Thema Übernahme zu sprechen. Ergebnisse sind zu diesen Gesprächen genauso wenig bekannt, wie zu Googles Auftritt auf der Spielemesse E3 in Los Angeles. Allerdings konnte Google in den letzten Monaten bereits einige bekannte Persönlichkeiten aus der Spielebranche für sein Projekt gewinnen. Besonders bekannt: Phil Harrison, der zuvor bei Sony und Microsoft beschäftigt war und Richard Marks, der bei Sony unter anderem für Playstation VR verantwortlich war. Man merkt, dass es Google ernst meint. So ernst, dass das Projekt eigentlich schon Ende 2017 an den Start gehen sollte. Allerdings traten Probleme auf, die den Start bis zu einem unbestimmten Zeitpunkt verschieben. Vielleicht gibt es auf dem diesjährigen Google-Event einen ersten Blick auf Details zum Projekt.

Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
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