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Journalismus 2.0

vor 2 Jahren - 3 Minuten Lesezeit Hörzeit

Pageflow ist nicht alleine. In Teil zwei beschäftigen wir uns mit einigen anderen Tools, die dabei helfen den Journalismus im Web weiter zu entwickeln. Einige Tools, oft mit Hilfe großer Medienhäuser wie der BBC und anderen entwickelt, möchten dem Online-Journalismus ein neues Gesicht geben und sich dem Nutzungsverhalten und den Gewohnheiten der Leser und Leserinnen anpassen. Einige dieser Tools im Überblick:

Social Media im Online-Journalismus Storify

Storify konzentriert sich vor allem auf die soziale Netzwerke(Twitter, Facebook und Google+). Reaktionen, Emotionen und Meinungen werden in den journalistischen Text eingebunden. Durch das hinzufügen von Texten, Bildern und Videos lassen sich die unterschiedlichen Aussagen in einen Kontext einordnen, sodass sich Journalismus und Meinungen ergänzen. Die erstellten Beiträge lassen sich in die eigene Website oder den eigenen Blog einbinden. Bei der Nutzung ist, wie immer beim Zitieren und Verwenden von fremden Inhalten, die Gefahr gegeben jemandes Urheberrecht zu verletzen. Die Nutzung ist kostenfrei, bei Bedarf kann jedoch ein »Enterprise« Zugang erworben werden, der eine noch tiefere Integration in das eigene Angebot erlaubt.

Zahlen, Daten, Fakten Datawrapper

Jeder, der schon einmal versucht hat, ein Diagramm in einen Text einzubinden, dürfte das Problem kennen: Die einzelnen Daten sind nicht mehr wirklich zu erkennen und die Zusammenhänge lassen sich nicht nachverfolgen. Dazu kommt die Tatsache, dass Graphen sich vor allem optisch nicht besonders gut einpassen und gerne als uninteressant wargenommen werden. Der »Datawrapper«, eine Erfindung der Datenjournalisten Mirko Lorenz und Nicolas Kayser-Brill, verspricht Besserung. Excel Daten werden hochgeladen, die passende Form und das Design werden festgelegt und die Grafik steht zur Verfügung. Das besondere: Die Graphen sind interaktiv und erlauben das ablesen jedes einzelnen Wertes durch das berühren mit dem Mauszeiger. So lassen sich Zusammenhänge einfach erkennen und Daten ein- und zuordnen. Das Tool ist einfach zu nutzen und sehr übersichtlich. Die kostenlose Variante kann sehr eingeschränkt zum Testen genutzt werden. Bei professionellen Beiträgen sollte auf die »Premium« Variante zurückgegriffen werden. Nur dort gibt es alle Design- und Exportmöglichkeiten. Als Alternative bietet sich Infogr.am an. Das einfache hochladen von Daten und die Möglichkeit aus vorgefertigten Templates auszuwählen vereinfacht die Erstellung von Grafiken stark. Die vollständige Nutzung ist wie bei »Datawrapper« nur gegen Bezahlung möglich.

Mehr als tausend Worte ThingLink

ThingLink verbindet Bilder mit Informationen und anderen Zusatzinhalten. Als »klickbare« Punkte lassen sich Texte, Videos und Links einem großen Bild hinzufügen. So lassen sich lange Fließtexte auf »info Happen« aufteilen und über ein Bild anordnen. So können zum Beispiel Informationen über die Geschichte eines historischen Gebäudes auf die einzelnen Teile des Gebäudes verteilt werden. ThingLink lässt sich einfach bedienen und ermöglicht das Hinzufügen von »Infokästen« per Drag&Drop. Auf der Hompage lässt sich das Programm »In Action« sehen und ausprobieren. ThingLink lässt sich in der kostenlosen Variante vollständig nutzen im »Corporate Plan« lassen sich zusätzliche Funktionen zubuchen.

Grafik ohne Grafiker Canva

Auch bei Canva steht die Vermittlung von Informationen durch Bilder beziehungsweise Grafiken im Vordergrund. Ohne einen professionellen Grafiker zur Verfügung zu haben, lassen sich, aus einer Vorgefertigten Auswahl von Symbolen und Grafiken die Elemente auswählen, die man benötigt um einen Sachverhalt zu bebildern. Auch hier gilt, dass die Benutzung einfach gehalten ist. Um wirklich gute Grafiken zu erstellen braucht man trotzdem Übung. Ein Abo gibt es nicht, allerdings lassen sich viele Bilder nur gegen eine Gebühr einmalig nutzen. Zusätzlich gibt es auch eine kostenfreie Auswahl von Bildern und Grafiken. Wer eine Inspiration braucht schaut bei »Visual.ly« vorbei. Hier stellen Designer ihre Arbeiten zur Schau. Das eigene Erstellen ist durch die sehr eingeschränkten Möglichkeiten eher unkomfortabel.

Morgen beschäftigen wir uns im dritten Teil der Serie »Journalismus im Web« mit den Möglichkeiten des Mobile Reporting. 

Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
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