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Nokia ist zurück

Nokia 3, 5 und 6 im Check

vor 9 Monaten - 6 Minuten Lesezeit Hörzeit

Der Name Nokia war lange Zeit das Synonym für Handys. Ein Name, den viele Nutzer mit Haltbarkeit und Stabilität gleichsetzen. Wie Blackberry und Palm hat das Unternehmen beim Aufkommen der Smartphones jedoch den Anschluss verloren. Durch die Kooperation mit Microsoft konnte man sich zwar noch einige Jahre am Markt halten, wurde dann aber doch noch dicht gemacht. Jetzt liegen die Rechte für den Namen bei HMD-Global. Und das Unternehmen hat einiges vor. (Siehe Kaffeepause)

Nokia: Die Wiedergeburt

HDM-Global ist ein Unternehmen aus Finnland. Es hat sich die Wiedergeburt des Traditionsherstellers zur Aufgabe gemacht. Das Unternehmen ist seit Dezember 2016 aktiv und hat die im gleichen Monat die Markenrechte von Microsoft gekauft. HMD besteht zu großen Teilen aus ehemaligen Nokia-Mitarbeitern, die Microsoft verlassen haben. Der CEO Arto Nummela hat zum Beispiel 17 Jahre bei Nokia gearbeitet. Nokia selber ist nur in geringem Maß involviert und vergibt zum Beispiel Patente für die Nutzung seiner Technologien. HMD Global gibt an, Handys bauen zu wollen, die dem großen Namen gerecht werden. Mit den Modellen 3, 5 und 6 wagt man die Rückkehr. Doch sind die Smartphones gelungen?

Die neuen Geräte

Die neuen Smartphones kommen alle mit der neuesten Version von Android. Und dabei soll es nicht bleiben. Dank enger Zusammenarbeit mit Google sollen die Geräte immer mit den neuesten Updates versorgt werden. Dazu zählen auch die Sicherheitsupdates. Diese sollen dann zur Verfügung stehen, wenn Google sie für seine Pixel-Smartphones veröffentlicht. Nokia verspricht damit einen in der Mittel- und Unterklasse ungewöhnlichen Service.

Das Nokia 3

Nokia 3 Trailer

Fangen wir mit dem Nokia 3 an. Das Gerät ist in der unteren Mittelklasse angesiedelt. Als Prozessor kommt der Mediatek MTK 6737 zum Einsatz. Der Vierkerner kommt in Unter- und Mittelklassegeräten unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz. Für einfache Aufgaben ist er durchaus ausreichend. Seine integrierte Grafikeinheit macht bei Spielen allerdings schnell schlapp. Die geringere Leistung zeichnet sich am Äußeren des Geräts jedoch nicht ab. Ein Rahmen aus Aluminium und eine Rückseite aus recht wertigem Plastik machen das fünf Zoll große Gerät handlich. Der Akku mit 2.630 mAh sollte durch den schwachen Prozessor und den Bildschirm mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixel einen normalen Tag durchhalten. Schnelles Laden wird nicht unterstützt. Auch auf einen USB-C-Anschluss wird verzichtet. Positiv: Der interne Speicher von 16 Gigabyte lässt sich per Mikro-SD einfach erweitern. Die Kamera mit 8 Megapixeln sollte okaye Schnappschüsse ermöglichen. Große Sprünge sollten Nutzer allerdings nicht erwarten. Für rund 160 € ist die Hardware des Smartphones angemessen.

Das Nokia 5

Nokia 5 Trailer

Das Nokia 5 ist einen ganzen Schritt schneller und wertiger. Das zeigt sich schon am Äußeren. Das Gehäuse besteht aus Aluminium. Auf der Front findet sich wie beim Nokia 3 ein 720p-Display mit 5,2 Zoll. Darunter allerdings ein Fingerabdruckscanner. Dieser soll laut erster Teste flott reagieren. Im Inneren verrichtet jedoch ein Qualcomm Snapdragon 430 seinen Dienst. Dieser hat acht Kerne und wird mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher verbunden. Verglichen mit dem Nokia 3 sollte hier also deutlich mehr Leistung drin sein. Vor allem Spiele sollten von der deutlich besseren Grafikeinheit profitieren. Und auch der Arbeitsspeicher sollte für die meisten Anwendungen ausreichend sein. Der Gerätespeicher ist wie beim kleinen Bruder 16 Gigabyte groß und lässt sich erweitern. Die Kamera ist mit 13 Megapixeln ebenfalls besser. Das sollte für Schnappschüsse reichen. Flaggschiffe liegen aber Welten darüber. Vor allem, weil hier eine optische Stabilisierung fehlt. Wie das kleinere Modell fehlt auch hier schnelles Laden. Eine USB-C-Buchse sucht man ebenfalls vergeblich. Das Gerät ist für 209 € Verfügbar.

Das Nokia 6

Nokia 6 Trailer

Die (derzeitige) Speerspitze ist das Nokia 6. Das Gerät setzt ebenfalls auf ein Gehäuse aus Aluminium. Die Front wird hier von einem 1080p-Display mit 5,5 Zoll bedeckt. Darunter ein Fingerabdruckscanner. Im Inneren Werkelt der Snapdragon 430. Zusammen mit 3 Gigabyte beim normalen Modell dürften Nutzer noch einmal schneller unterwegs sein. Wunder sollte man aber auch hier nicht erwarten. Vor allem sehr detaillierte Spiele dürften hier für Ruckler sorgen. Die Kamera hat hier 16 Megapixel. Die Fotos sollten also ganz anständig werden. Allerdings fehlt eine Stabilisierung. Das Gerät kommt für 240 € auf den Markt.

Lohnen sich die Geräte?

Die neuen Smartphones von HMD Global locken nicht mit Monster-Specs. Stattdessen setzt man in der Unter- und Mittelklasse auf hochwertige Verarbeitung und schnelle Software-Updates. Damit setzt man sich gekonnt von anderen Anbietern ab. Vorausgesetzt, das Versprechen wird gehalten. Sicherheit und Fragmentierung sind schließlich die großen Probleme von Android-Smartphones in allen Klassen. Inzwischen wurden weitere Modell angekündigt. Nokia 7 und 8 sollen deutlich besser ausgestattet sein. Die Geräte richten sich an die Oberklasse. Dort wird es noch deutlich komplizierter, sich von den anderen Marktteilnehmern abzuheben.

Marvin Sommershof Marvin Sommershof Marvin ist Redakteur bei Digital gefesselt. Daneben studiert er Technikjournalismus. Er interessiert sich für Gadgets, Tools und Games. Er twittert als @Marv1992
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